something personal

Wie alles begann

Es ist eigentlich schwer zu sagen wann alles angefangen hat. Aber so pauschal würde ich sagen vor 3 Jahren, als ich Abi gemacht habe. Ich kann gar nicht erklären wie es das erste Mal war oder wie es wirklich seinen Anfang gefunden hat. Ich denke, dass ich durch den Druck immer mehr zu zuckerhaltigen Lebensmitteln gegriffen hab. In der Pause was aus dem Süßigkeiten Automaten, zu  Hause dann den Kühlschrank aufgemacht usw. Mein Körper hat sich irgendwann gemerkt, dass es mir wohl nach dem Verzehr von dem ganzen Ungesunden seelisch besser ging und ich den Stress etwas verdrängen konnte. Etwa 2 Monate vor den Klausuren hab ich mir gesagt „NEIN, so geht das nicht weiter“ und ich hab meine Essenzufuhr stark reduziert und hab nichts Ungesundes mehr gegessen. Meine Mahlzeiten fielen sehr klein aus, aber ich nahm ab und war happy. Irgendwann war ich auf 60 kg und total happy! Doch dann kam plötzlich der Lernstress wieder extrem zurück so kurz vor Schluss und ich fing wieder an nur zu Essen: Mein Körper hat sich alles zurück genommen was ich ihm die Zeit davor genommen hab! So hab ich dann in kurzer Zeit 4 kg zugenommen, und zum Abiurlaub war ich gar nicht mehr happy mit meinem Körper! Von Fressattacken war aber zu der Zeit noch nicht die Rede, ich würde es eher als einen sehr guten Appetit bezeichnen und Stressessen.

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Dann kam die Uni

Abi war geschafft, es wurde ernst. Ich schrieb mich in Brüssel an der Uni ein: Wirtschaftsingenieur.. Ich merkte schnell, dass ich einfach sehr unglücklich dort war. Und dann fingen sie an, die Fressattacken! Ich wollte nicht mehr hingehen. Wenn ich zu Hause bei meiner Familie war am Wochenende stopfte ich mich voll bevor ich fahren musste. Wenn ich angekommen bin hab ich weiter gefressen. Ohne Kontrolle. Es war wie in einem Rausch, es hat sich gut angefühlt, als würde endlich jemand mich verstehen und mich trösten. Doch dann von einem Moment auf den anderen erwachte ich aus diesem Rausch. „ooh laura was hast du nur gemacht!!“ das schlechte Gewissen kam zum Vorschein. Ich habe mich fertiggemacht und aus Frust habe ich einfach noch weiter reingestopft. Meine Woche war gekennzeichnet von Tagen an denen ich sehr wenig gegessen habe gefolgt von Fressanfällen. Ich habe mich in meiner Wohnung zurückgezogen, bin nicht rausgegangen, nur manchmal zur Uni. Ich habe mich geschämt, mich dick gefühlt. Ich wollte einfach nur alleine sein und im Bett liegen. So ging das die ganze zweite Hälfte des Jahres in Belgien. Irgendwie aber scheint sich das alles ausgeglichen zu haben, denn ich habe nicht zugenommen! Auch weil ich nebenbei noch Sport gemacht habe. Jedenfalls hab ich mich dazu entschlossen die Uni zu wechseln und bin nach Köln gekommen. Ich hab endlich das Licht am Ende des Tunnels gesehn! Aber zu den Fressattacken, hat sich in Brüssel eine neue Art der Essstörung geschlichen! Orthorexie! Ich wollte so gesund wie nur möglich essen, habe Lebensmittel gemieden weil ich sie als schlecht angesehen hab. Hatte Angst vor Kohlenhydraten usw.. Zählte genau Kalorien nur um nicht zuzunehmen. Noch von Zeit zu Zeit kamen dann wieder Fressanfälle. Ich suchte eine Therapeutin auf, doch es half mir wenig bis gar nicht. Mittlerweile hatte ich die Fressattacken als einen Teil von mir angesehn. Ich dachte die würden einfach nie weg gehen und ich müsste jetzt damit leben! Anfang 2015 habe ich es dann geschafft durch eine High Carb ernährung und Sport abzunehmen und war so happy!! Doch was mir nicht bewusst war: ich war noch immer gefangen in dem Kreis aus gesund essen wollen und mich an eine bestimmte Ernährungsweise halten zu wollen. Immer wenn ich mir was kleines ungesundes gegönnt habe, ist es ausgeartet, weil ich dachte jetzt ists eh verkackt! Ich selbst habe mir immer gesagt ich will intuitiv essen aber es hat nie geklappt, weil es innerlich für mich immer noch „schlechte“ Lebensmittel gab!

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Der Wendepunkt

Der Wendepunkt kam meiner Meinung nach als ich meinen jetzigen Freund kennengelernt habe. Ich habe mit ihm gegessen, worauf ich Lust hatte, habe viel gegessen, auch viel ungesundes aber ich würde es rückblickend nicht als Fressattacke bezeichnen. Ich habe 10 kg zugenommen von März bis September, war schon ein wenig unglücklich dadurch, aber ich habe mich nicht so schlecht gefühlt als zu der Zeit in der ich die richtigen Fressattacken hatte. Also ich hatte von Zeit zu Zeit noch so Fresseskalationen, aber es kann nicht von heute auf morgen verschwinden! Es ist ein langer Weg. Mittlerweile habe ich wieder 2 kg runter, ohne Verzicht! Klar fällt es mir oft noch schwer, aber durch ihn habe ich es geschafft intuitiv zu essen! Er liebt mich so wie ich bin, und das schätze ich so sehr an ihm. ICH LIEBE IHN. Während der Zeit in der wir zusammen sind, war mir nicht bewusst dass ich intuitiv esse, doch jetzt, rückblickend, wird es mir doch klar! Ich esse wenn ich  Hunger habe, und nicht weil mir einer sagt es sei Frühstückszeit. Wenn ich keinen Hunger habe nach dem Aufstehen dann lass ich es sein und zwinge mich nicht etwas zu essen! Und das ist das Ziel das ich immer angestrebt habe!
Wisst ihr, es gibt so viel wichtigeres als die Figur und das Aussehen eines Menschen! Viel wichtiger ist das was er im Inneren trägt. Man sollte einen Anderen nicht nach dem Aussehen beurteilen, denn man weiss nie wie es tief in ihm aussieht. Auch wenn ich vielleicht oft gelacht habe, ging es mir miserabel, auch wenn ich zugenommen habe,heisst das nicht ich würde einfach nicht abnehmen wollen und wäre zu faul. Manchmal steckt mehr dahinter wie man eigentlich meinen würde. Jeder von uns hat seine Geschichte und niemand soll verurteilt werden wenn man diese nicht kennt!

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